„Wann habt ihr zuletzt 30 Minuten einen 1×2 gesucht?“ – diese Frage dürfte vielen Klemmbaustein-Fans unangenehm vertraut vorkommen. Früher oder später steht jeder vor derselben Grundsatzentscheidung: Soll ich meine Steine sortieren oder einfach bauen und im Chaos wühlen? Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen, aber die Diskussion darüber ist fast schon ein eigenes Hobby.
In der Szene gibt es typische Sortier-Typen. Da ist der Chaos-Bauer, der alles in eine große Kiste wirft und einfach loslegt – mit der festen Überzeugung, dass Suchen Teil des kreativen Prozesses ist. Dann die Farb-Sortierer, die jede Farbe in ein eigenes Fach packen, bis sie feststellen, dass es den gleichen Stein in zehn Varianten gibt. Und schließlich die Profi-Sortierer, die nach Teilen, Kategorien oder sogar Projekten sortieren und ein System haben, das fast schon museumstauglich wirkt.
Viele von uns haben persönliche Sortiergeschichten. Die legendäre Kiste, in der man „eigentlich alles hat“, aber nie das findet, was man gerade braucht. Improvisierte Systeme, die mit guter Absicht beginnen und im Laufe der Zeit in kontrolliertem Chaos enden. Oder der Klassiker: Alles auf den Boden kippen und hoffen, dass das gesuchte Teil irgendwo auftaucht.
Wer es ernst meint, greift zu Hilfsmitteln wie IKEA Trofast- oder Samla-Boxen, Sortimo-Kästen oder Baumarktboxen. Digital helfen BrickLink, Teilekataloge und Inventar-Apps, den Überblick zu behalten – zumindest theoretisch. Praktisch weiß man trotzdem oft nicht, in welcher Kiste der eine spezielle Stein gelandet ist.
Ordnung hat klare Vorteile: schnelleres Bauen, weniger Suchen, weniger Frust. Gleichzeitig kostet Sortieren Zeit, die man eigentlich lieber ins Bauen stecken würde. Für manche ist das Sortieren selbst ein entspannender Teil des Hobbys, für andere pure Pflichtübung. Spannend wird es, wenn andere Leute an die eigene Sammlung dürfen. Viele berichten, dass sie sich selbst perfekt zurechtfinden – aber niemand sonst. Das sorgt regelmäßig für Running Gags, wenn Freunde oder Familie verzweifelt vor den perfekt sortierten, aber völlig unverständlichen Systemen stehen.
Die Community liefert ständig neue Profi-Tipps und kreative Lösungen, von selbstgebauten Schubladensystemen bis hin zu digitalen Inventaren. Und am Ende bleibt die philosophische Frage: Ist Sortieren ein integraler Teil des Hobbys oder einfach nur ein notwendiges Übel? Vielleicht ist die einzig wahre Sortiermethode tatsächlich, alles auf den Boden zu kippen und einfach loszubauen. Oder doch das perfekt beschriftete Regal? Wie auch immer – zeig dein Sortiersystem und inspiriere andere.
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Meine Frau und ich haben Berge von LEGO außerhalb von Sets. Geschenke aus der Familie (Kinder zu alt und kein Interesse an LEGO mehr), eigenes LEGO aus der Kindheit, Flohmarktkäufe, Nachbarschaft… Lange haben wir an Systemen getüftelt, mehr meine Frau als ich. Irgendwann habe ich es nicht mehr verstanden und mich nicht mehr dran getraut. Seit kurzem haben wir ein Sortiersystem, auf das wir uns einigen konnten: „The LEGO Parts Guide“ von Tom Alphin zu finden unter https://brickarchitect.com/parts/ Tom schreibt gerade auch an einer Buchfassung, die dieses Jahr erscheinen soll.
Die Aufbewahrung haben wir in transparenten Kisten in denen Ziplock Beutel sind, oder in Sortierkästen.